Kleeblattfans
Der Fürther Fan
Der Franke und somit auch Fürther an sich ist von seinem Naturell her geprägt von einer überpessimistischen Einstellung. In Kombination mit einer ausgeprägten Meckermentalität und immer wieder durch verpasste Aufstiege in den letzten Jahren bestätigten Grundhaltung keine gute Voraussetzung, um die Massen für einen Besuch im Ronhof zu begeistern.
Auch neigt er dazu, hinter alles und jedem eine Verschwörung zu sehen: Mal ist es eine angeblich ausgegebene Parole seitens der Vereinsführung, bloß nicht in die erste Liga aufzusteigen und dies mit dem Spruch „Däi wolln doch gou ned“ auch anderen kund zu tun – ein anderes mal wälzt man es auf die Liga ab, die das Kleeblatt gar nicht im Oberhaus haben will und dies mit immer wieder kuriosen Schiedsrichterabstellungen für Fürthspiele auch durchzusetzen weiß.
Es ist daher nicht verwunderlich, daß sich in Fürth selbst bei Zweitligaspitzenspielen selten mehr als 8000 Zuschauer in den Ronhof begeben und stattdessen von Nachbar’s Neffen den Vorzug geben oder ihre Fußballlust mit einem Besuch beim Hin-und-wieder-Erstligisten aus der Nachbarstadt befriedigen. Letzteres trifft vor allem für die „Fürther“ aus dem Landkreis zu.
Identifikation der Fans mit dem heutigen Verein
Die Identifikation der Fans hat, trotz steigender Zuschauerzahlen, nach dem Zusammenschluss mit dem TSV Vestenbergsgreuth gelitten. Dazu trugen nicht nur die Aufgabe des alten und mit der Tradition verhafteten Namens und des Vereinswappens bei, sondern hängt viel mehr wohl auch damit zusammen, daß man es seitens des Vereins versäumt hat vor allem gegenüber der Presse zu verdeutlichen, daß man nach wie vor ein Fürther Verein ist. Für die Medien waren die Fans und Mannschaft konsequent ab 1996 nur noch als die Greuther aus dem Playmobil-Stadion bekannt, was für eingefleischte Fürther Fans ein Grauen war.
Ab der Saison 2007/08 ist man dazu übergegangen, das traditionelle Kleeblatt wieder auf den Trikots zu tragen. Auch eine holzschuhfreie Fanartikelkollektion wurde aufgesetzt und u.a. auch der neue Mannschaftsbus mit einem großen Kleeblatt lackiert. Diese Maßnahmen sind ein Schritt in die richtige Richtung und mittlerweile hört man auch im Funk- und Fernsehen wieder vermehrt was von den „Fürthern“.
Freund & Feind
Der traditionelle Rivale eines jeden Fürthers, unabhängig ob Fußballfan oder nicht, ist der Nürnberger. Eine nette Anekdote aus den 20ern, als Fürth und Nürnberg noch den Nabel der damaligen deutschen Fußballwelt darstellten und die Nationalmannschaft ausschließlich aus Spielern beider Vereine bestand, beschreibt passend das Verhältnis beider Gruppen. Als ein Länderspiel 1924 in Holland anstand, reisten die Spieler beider Städte zwar gemeinsam an, bevorzugten jedoch auf der Hin- und Rückfahrt getrennte Zugwaggons. Zwischen den Spielern besteht heute in Zeiten des Profitums, wo die meißten Spieler ohnehin nicht mehr aus den Städten der Vereine stammen, freilich keine so große Rivalität mehr. Aber zwischen den beiden Fanlagern hat die Antipathie die Jahrzehnte überdauert und wird auch heute noch bei jeder Gelegenheit ausgelebt.
Weitere Abneigung besteht gegenüber anderen traditionellen Gegnern wie etwa dem TSV 1860 München oder dem FC Schweinfurt 05. Grundsätzlich muss jedoch betont werden, daß in Fürth durchweg gesittetes Publikum im Stadion anzutreffen ist. Zwar gibt es auch im Umfeld der Kleeblattanhänger den ein oder anderen Stadionverbotler, die meisten Vorfälle kann man jedoch getrost auf mangelndes Fingerspitzengefühl seitens der Ordnungskräfte oder auch auf jugendlichen Übermut zurückführen. Größere Ausschreitungen gab es in Fürth bisher noch keine.
Klassische und von allen Fans oder dem Verein getragene Fanfreundschaften gibt es nicht. Einzelne Fans haben gute Verbindungen zum Anhang der SpVgg Bayreuth, wieder andere pflegen positiven Kontakt zu Fans vom FC St. Pauli.
Zuschauerentwicklung
Die Zuschauerbilanz der „alten“ SpVgg ging seit Anfang der 50er trotz Wirtschaftswunder und zwei Weltmeistern im Fürther Trikot konstant bergab. Hatte man 1950 noch einen Schnitt von knapp 19000 Zuschauern, so waren es fünf Jahre später nur noch etwas mehr als 7500. Die Zehntausendermarke konnte in Folge nur noch einmal nach der Spielzeit 1957/58 geknackt werden.
Einen ersten deutlichen Einbruch hatte man 1963 zu verzeichnen, als man sich nicht für die damals neu geschaffene Bundesliga qualifizieren konnte und den Gang in die Zweitklassigkeit antreten musste. Bis Einführung der Bundesliga kamen im Schnitt 7233 Fans ins Stadion, im ersten Jahr danach nur noch 3922. In den darauffolgenden Jahrzehnten pendelte sich der Zuschauerschnitt irgendwo zwischen 4000 und 7000 ein.
Auch in der ersten Drittligasaison 1983/84 hatte man noch einen Schnitt von 4761 Zuschauern pro Spiel, das Interesse schwand jedoch zunehmend und nach dem Abstieg in die Viertklassigkeit 1987 verlor man endgültig an Boden und viel auf einen Schnitt von teilweise nur noch deutlich unter 2000 Zuschauern pro Spiel zurück. Erst nach dem Wiederaufstieg 1991 in die drittklassige Bayernliga konnte man wieder mehr Leute von einem Gang ins Stadion überzeugen und lockte im ersten und im zweiten Jahr jeweils wieder mehr als 2000 Fans zu den Heimspielen. Dieser leicht positive Trend hielt jedoch nur kurz an und fiel wieder unter die Zweitausendermarke. Selbst nachdem die neue Regionalliga, für welche man sich qualifizieren konnte, ab 1994/95 den Spielbetrieb aufnahm, konnte man nicht mehr Zuschauer anlocken und hatte nach der ersten Saison, die man immerhin als Tabellendritter abschloss, nur noch einen Zuschauerschnitt von 1876. Ein Jahr später, als man das letzte Jahr als SpVgg Fürth antrat, sank der schnitt auf 1370.
Ab der Spielzeit 1996/97 ging es wieder bergauf. Man trat nach dem Beitritt des TSV Vestenbergsgreuth als „SpVgg Greuther Fürth“ an und konnte im ersten Jahr bereits einen Schnitt von mehr als 5500 Zuschauern pro Spiel erreichen. Dieser deutliche Anstieg ist jedoch nicht auf die konstant guten Spiele der neuen Mannschaft zurückzuführen, sondern liegt wohl eher daran, daß der große Lokalrivale aus Nürnberg ebenfalls drittklassig geworden war und das “”Heimspiel” gegen den Club in Nürnberg ausgetragen wurde. Dieses Spiel wurde von 36000 Fans besucht und hob damit den Schnitt deutlich an.
Ab der Rückkehr in den Profifussball hatte man dann wieder konstant mehr Zuschauer und konnte sich zwischen 7000 und 8800 Zuschauern pro Spiel ansiedeln. Die Saison 2007/08 schloss man mit guten 8865 Zuschauern pro Spiel ab. Ein weiterer grundsätzlicher Anstieg wäre jedoch wohl erst mit einem Aufstieg ins Oberhaus zu meistern. Die letzten Jahre haben gezeigt, daß man trotz guter Leistungen und guten Saisonplatzierungen nur wenig neue Fans gewinnen konnte.
Organisation der Fans
Die Fürther Fans sind, wie andernorts auch, in mehreren Fanclubs organisiert. Auch eine Ultrasbewegung formierte sich mit der Zeit nach dem Aufstieg in die 2. Bundesliga und wurde 1998 aktiv. Allerdings konnte man die eigenen Vorstellungen vom Ultradasein mit den Entwicklungen im modernen Fußball nicht mehr vereinbaren und zog einen Schlußstrich. 2007 lösten sich die Fürther Ultras auf. Kurze Zeit später formierten sich daraufhin die Horidos 1000, die seither als besonders fanatische Fangruppe die Ultras ersetzt haben.
Als fanclubübergreifendes Fanprojekt sehen sich die Sportfreunde Ronhof an, welche die Interessen der Fans und Fanclubs gegenüber dem Verein vertreten und sich der Belange der Fans annehmen.
Verbesserungswürdig im Stadion war über lange Zeit die Stimmung im Stadion. Nachdem jedoch vor der Saison 2008/09 der Block 12 als spezieller Block für supportwillige Fans eingerichtet wurde, hat sich die Stimmung enorm verbessert. Auch das vor dieser Saison errichtete Dach über den Stehplätzen trägt positiv zur Stimmung bei, da dadurch die Fangesänge lauter im Stadion rüber kommen.













