Dauerkarten binnen sieben Stunden vergriffen
Färdder | 15.07.2012Einen Tag nachdem der freie Verkauf von Dauerkarten der SpVgg Fürth für die anstehende Bundesligaspielzeit über die Bühne ging, dürften sich die Gemüter wieder etwas beruhigt haben. Es lief zwar nicht alles perfekt, aber am Ende konnte man die letzten 7000 Tickets an den Mann bzw. die Frau bringen und zumindest die meisten Kartenanwärter dürften zufriedengestellt worden sein. Um 17 Uhr vermeldete man “ausverkauft”.
Bereits in der Nacht von Freitag auf Samstag fanden sich die ersten Fans am Sportpark Ronhof ein, um sich in die Reihe am Kassenhaus Nord anzustellen. Bis zum Verkaufsstart um 10 Uhr wuchs die Schlange bis auf mehrere hundert Meter an und auch an der zweiten Verkaufsstelle in der Innenstadt war einiges los.
Neben dem stationären Verkauf am Sportpark Ronhof bzw. im Frankenticket bot man auch die Vertriebswege Internet sowie Telefonhotline an. Im Vorfeld hatten sich bereits die bisherigen Dauerkarteninhaber mit ihrem Vorkaufsrecht ihre Saisonkarten gesichert und auch Sponsoren sowie Fanclubs wurde seitens des Vereins ein Vorkaufsrecht eingeräumt. Für den gestern anstehenden Verkauf waren dann noch gut 7000 Karten verfügbar.
Alles begann also um 10 Uhr und war zunächst schnell wieder zu Ende. Serverprobleme legten alle Vertriebswege lahm, obwohl dies im Vorfeld praktisch ausgeschlossen wurde! In einer Stunde war das Problem aber behoben und der Verkauf kam nun ins Rollen. An den Verkaufsstellen arbeiteten sich die Verkäufer durch die Massen und gaben einen Datensatz nach dem anderen ein. Wie man sich vorstellen kann, ging es nur langsam voran, aber das war bei der im Vorfeld sich abzeichnenden Nachfrage nicht anders zu erwarten.
Auch im Internet musste man Geduld mitbringen. Es wollten zu viele Leute gleichzeitig bestellen und so war das System auch hier permanent überlastet. Zugang zum Kartenportal fand man nur nach mehrerem Neuladen der Seite, was sich in einigen Fällen schonmal über einige Stunden hinziehen konnte. Entspannung kam erst gegen 13:30 Uhr auf. Ab diesem Zeitpunkt kam man relativ schnell rein ins Kartenportal und konnte seine Karten ordern, sofern diese dann noch verfügbar waren.
“Wir können uns nur bei allen Leuten für die entstandene Wartezeit entschuldigen”, wurde im Nachgang von Vereinsseite mitgeteilt. Entschuldigung angenommen! Man kann dem Verein und seinem Dienstleister LMS-Ticket hier eigentlich keine Vorwürfe machen. Derartige Probleme kommen selbst bei größeren Ticketanbietern vor und sind im Vorfeld wahrscheinlich nur schwer auszuschließen. Und eine Lösung wurde ja auch schnell gefunden.
Einige Vorkommnisse kann man als Fan jedoch nur schwer entschuldigen. So wurde im Vorfeld der Onlinekauf als die beste Möglichkeit empfohlen, sich seine Dauerkarte zu sichern. Das über diesen Vertriebsweg zunächst jedoch keine Stehplatzkarten, von welchen vor Verkaufsbeginn nach offiziellen Angaben noch gut 4000 Stück verfügbar gewesen waren, verkauft wurden, wurde vorab nicht mitgeteilt. Erst gegen Mittag war diese Kartenkategorie auch online erhältlich. Allerdings waren zu diesem Zeitpunkt die meisten Karten schon über die Telefonhotline bzw. die stationären Ticketschalter abgesetzt. Es ist anzunehmen das viele Interessenten, die den Empfehlungen des Vereins gefolgt sind, hier keine Stehplatzkarten mehr bekommen haben und sich nun auf teureren Sitzplatzkarten wiederfinden.
Ebenfalls bemängeln muss man die Abwicklung der telefonischen Anfragen. Auch hier war eine deutliche Überlastung im Callcenter zu verzeichnen und wie erwartet musste man viel Zeit investieren um endlich durchzukommen. Bei jedem Anruf wurde von einer automatisierten Ansage mitgeteilt, man werde mit einem freien Mitarbeiter verbunden. Die Verbindung landete dann aber in den allermeisten Fällen direkt im Besetztzeichen. Eine Warteschleife gab es zwar, um dahin verbunden zu werden brauchte man jedoch viel Glück. Man musste also neu anrufen und sein Glück erneut herausfordern. Und zahlen musste man natürlich auch für jeden Anruf, auch wenn man am Ende wieder im Besetztzeichen landete. Dies ist schlichtweg eine Frechheit und andere würden dies eventuell auch als Abzocke bezeichnen. Die heutige Technik sollte soweit ausgereift sein, das man bei jedem kostenpflichtigen Anruf zumindest in einer Warteschleife landet, für die man dann zwar auch zahlt, dafür aber letztlich auch irgendwann durchgestellt wird. Und wenn die Kapazitäten dann nicht ausreichend sein sollten, dann muss man eben gleich besetzt gemeldet bekommen, ohne das einen eine kostenpflichtige Stimme vorher weiterleitet – hierfür reichten die Kapazitäten ja auch aus. Auf Facebook sowie im Kleeblatt-Forum berichteten manche von zigfachen Anrufversuchen, ehe man dann endlich mal durchkam. Das rechnet sich dann am Ende, für wen auch immer.
Auch wenn man am Ende das Dauerkartenkontingent von 13000 Tickets abgesetzt hat, sollte man sich auf Vereinsseite die zwei oben ausgeführten, aus meiner Sicht inakzeptablen, Punkte zu Herzen nehmen und für die Zukunft seine Schlüsse daraus ziehen.
Aber wie auch immer, ein derartiger Run sollte für die nahe Zukunft nicht anstehen. Die wenigen, nach Abzug des Gästekontingents noch verfügbaren Restkarten dürften zwar auch stark nachgefragt sein, werden aber wohl aus Sicherheitsgründen wahrscheinlich eher nicht über den Online-Vertriebsweg abgesetzt werden.













